Aruba: Yoga am Eagle-Beach

Die kleine niederländische Antilleninsel unter dem Wind empfängt mit Traumstränden und ganzjährigen Temperaturen um 30 Grad

Sup-Yogalehrerein Nathalie Vriesde, Aruba © FM Rohm

Sup-Yogalehrerein Nathalie Vriesde, Aruba © FM Rohm

„Einatmen und die Arme nach oben strecken. Ausatmen. Spürt in euch. Augen geschlossen halten.“ Plumps. Zwei Bretter nebenan fällt Maria aus Venezuela ins badewannenwarme Wasser am Hadicurari Beach. „Macht nichts“, sagt Yogalehrerin Nathalie Vriesde, „gleich nochmal“. Eine Stunde lang unterrichtet die gertenschlanke 34-Jährige sechs Yogaschülerinnen und -Schüler auf Paddelbrettern. Sup-Yoga lautet der Fachbegriff.
Auf Sup-Yoga wurde sie nach einem Verkehrsunfall in Holland aufmerksam. „Mein Rücken war gestaucht. Yoga half, aber trotz Matte war es zu hart. Dann hörte ich von Yoga auf dem Paddelbrett.“ Vor drei Jahren zog Nathalie nach Aruba, wo das samtweiche Wasser das ganze Jahr über zwischen 26 und 28 Grad hat. „Inzwischen liebe ich die Insel“, sagt sie. „Hier ist alles viel entspannter als in Holland.“
Ihre Kunden sind überwiegend gesundheitsbewusste Touristen aus den USA und Südamerika. Noch sind sie ein ungewohnter Anblick zwischen zahlreichen Wind- und Drachen-Surfern, röhrenden Jetskis und Bananaboats.
Die Strände der Südwest-Küstenlinie der westlichsten der niederländischen Antillen zählen zu den schönsten der Karibik. Puderzuckerfeiner, heller Sand. Dazu das glasklare Farbspektrum von helltürkis bis aquamarinblau. Und so gehören auch Tauchen und Schnorcheln an Felsen und Korallen voller exotischer Fische zum Freizeitprogramm auf Aruba.

Eher irritierend für manche Europäer sind die zahlreichen Casinos, teilweise in die Lobbys der Hotels integriert. Die werden hauptsächlich von den Touristen aus den USA bevölkert, die sechzig Prozent der Gäste Arubas ausmachen.
 

Besuch im Nationalpark
Leguan, Aruba © FM Rohm

Leguan, Aruba © FM Rohm

Park Ranger Salvador Franken vom Nationalpark Arikok, ein stämmiger Mittfünfziger mit Schraubstock-Händedruck, kümmert sich um das ökologische Gleichgewicht des Eilandes. Rund 3 000 Hektar im Süden stehen unter Naturschutz, knapp ein Sechstel der gerade einmal 180 Quadratkilometer großen Insel. „Unsere Vegetation ist karg“, erklärt der Ranger, „sie besteht überwiegend aus Kakteen und Dornengebüsch.“ Bei Temperaturen um 33 Grad tagsüber und 27 nachts bläst ein beständiger Nordost-Passatwind. Teilweise regnet es monatelang nicht. Als Folge wird das gesamte Süßwasser Arubas mittels einer großen Meerwasser-Entsalzungsanlage gewonnen. Erstaunlicherweise schmeckt es sogar aus dem Hotelzimmer-Wasserhahn frisch und gut.

Die meisten Tiere im Nationalpark sieht man morgens früh. Etwa die seltenen, quietschgrünen Prikichi-Papageien oder tiefblau gepunktete Männchen der Cododo-Eidechsen. Sonnenschutz, Moskito-Spray und Trinkwasser gehören zur Grundausstattung beim Besuch im Arikok-Nationalpark. Interessant ist das restaurierte Farmhaus der niederländischen Ziegenbauernfamilie Kok. In dem niedrigen Lehmgebäude informieren Tafeln  über die harten Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung vor mehr als hundert Jahren. Von der Farm führen angelegte Wege zum Highlight des Besichtigungsprogramms: 3 000 Jahre alte Höhlenzeichnungen der Urweinwohner Arubas.
Als spanische Eroberer die Insel 1499 in Besitz nahmen, bezeichneten sie das Eiland als „inútil“, zu Deutsch: unnütz. Da die knapp tausend hier lebenden Caquetio-Indianer keinen Goldschmuck trugen, wurden sie als Sklaven in die Minen der Insel Hispaniola – heute Haiti und Santo Domingo – deportiert.
 

110 000 Einwohner aus 96 Nationen
Aruba © FM Rohm

Aruba © FM Rohm

Kurioserweise gab es doch Gold auf der Insel, das nach seiner Entdeckung zwischen 1825 und 1915 zu einem kleinen Goldrausch führte. In den 1920er Jahren errichtete die Lago Oil Company in San Nicolas im Südwesten Arubas eine Raffinerie, die im 2. Weltkrieg zur Versorgung der US-Marine zu einer der weltgrößten Raffinerien ausgebaut wurde. Heute dienen die riesigen Tanks als Lager für eine strategische Reserve der US-Streitkräfte. Die Raffinerie bildet den bizarren Hintergrund für einen der schönsten Strände der Insel, den Baby-Beach.

Als Aruba im 17. Jahrhundert von der niederländischen Westindien-Kompanie in Besitz genommen wurde, die die Nachbarinsel Curaçao zum Sklavenhandelszentrum ausbaute, besiedelte sie die Insel erneut. Heute leben auf der kleinen Vulkaninsel rund 110.000 Menschen aus 96 Nationen.
 So gemischt wie die Bevölkerung ist auch die Musik der Insel. Die Jugend tanzt nach Sonnenuntergang zu Soca, Calypso, Salsa und Merengue. An den Wochenenden spielen Livebands in den Bars der großen Hotels und kleinen Strandlokale.
Eine Besonderheit um die Adventstszeit sind die Gaitas. Diese tanzbaren Weihnachtslieder stammen ursprünglich aus Venezuela und werden seit den Sechzigerjahren auf Aruba weiterentwickelt.

Frauenband Las Unicas, Milly Hernández am Bass, Aruba © FM Rohm

Frauenband Las Unicas, Milly Hernández am Bass, Aruba © FM Rohm

Milly Hernandez ist Chefin der reinen Frauenband „Las Unicas Fabulosas“. Sechs Sängerinnen, vier Trommlerinnen, Conga-, Timbales-, Bass-, Gitarre- und Keyboard-Spielerinnen bringen einen Sound auf die Bühne, der sofort in die Hüfte geht. Gesungen wird in Papiamento, einer Mischung aus Portugiesisch, Spanisch, Holländisch und indianischen Wörtern. Seit sie zur Amtssprache erklärt wurde, wird Papiamento neben Holländisch, Englisch und Spanisch in der Schule gelehrt.
Anfang November bis Weihnachten tritt die Frauenband auf, im Dezember jeden Abend. Auch Nathalie Vriesde ist Fan von „Las Unicas Fabulosas“: „Bewegung ist immer gut, und zur Musik dieser Frauenband muss man einfach tanzen“.

Die Reise wurde unterstützt von Aruba Tourism Authority.

Franz Michael Rohm nimmt am Metis-Verfahren teil. VG Wort-Nummer: 9301282

Informationen: Aruba Tourismusbüro 06257-5076950, www.aruba.de und www.facebook.com/arubaFVAde

Beste Reisezeit: ganzjährig

Anreise:

KLM fliegt Aruba und Curaçao täglich über Amsterdam an.

Unterbringung:

Divi Aruba Phoenix Beach Resort, eigener Strand, ab 3. Stock alle Zimmer Meerblick, ab 200 € DZ o. F., Tel. 00297/586 66 54, www.diviarubaphoenix.com

Boardwalk, rund 40 gemütliche Apartments in der zweiten Reihe, ab 160 € DZ, Bakval 20, Palm Beach, Tel. 00297/586 66 54, www.boardwalkaruba.com

Zahlreiche Angebote über Internet, z. B. Expedia, Nebensaison für eine Woche inkl. Flug ab 1.200 € pro Person

Essen:

West Deck, Terrassenrestaurant mit guter Fischküche, HG um 15 €, ‪Oranjestadt, Linear Park, an der Governors Bay, Tel. 00297/5872667, täglich 10.30-23 Uhr, www.thewestdeck.com

 

Papiamento, eines der besten Restaurants Arubas, altes holländisches Haus mit exotischem Garten, HG um 35 €, Noord, Washington 61, Tel. 00297/5864544, täglich 18-23 Uhr,

www.papiamentoaruba.com

Seasalt Grill, Oranjestadt, Renaissance Mall, gutes und preiswertes Seafood, L . G.-Smith-Blvd. 9, Suite 8, Tel. 00297/5820029, täglich, 11-22 Uhr,

Charlie’s Bar, Kultkneipe von sammelwütigen Besitzern, Zeppenveldstraat 56, San Nicolas, Tel. 00297/845086, Mo-Sa 11-21 Uhr,  www.charliesbararuba.com

Musik

Mojito’s, Kubanische Küche, Drinks, Oranjestadt, Royal Plaza Mall 2. Stock, 00297/5924741, tägl. 10-24 Uhr,

Hipsz, hauptsächlich Salsa, Merengue, Bachata, Oranjestadt, Hato/Ecke Schotlandstraat, Tel. 00297/ 5872444, täglich 21-1 Uhr, www.arubasalsa.com/club-hipsz/

Moomba Beach, Noord, zwischen Holiday Inn und Mariott Surf Club, Essen, Trinken, Tanzen, Tel. 00297/5865365, täglich ab 19 Uhr, www.moombabeach.com

Kunst

Gallery L’America, Italiestraat 24 A, Suite 3, Oranjestadt, in einer Industriegegend werden arubische und lateinamerikanische Künstler gezeigt, Tel. 00297/5830800, www.lamericagallery.com

Reiten

Rancho Daimari, Tages-, Halbtages-, Sonnenuntergangsausritte im Arikok National Park, Abholung am Hotel, ab 50 €, Tel. 00297/5866284, www.arubaranchodaimari.net

Sup-Yoga, Surfen, Fahrradverleih

Vela, Rooi Santo 28, Noord, Hadicurari Beach, Tel. 00297/5866381, www.velaaruba.com

Inseltouren per Jeep, Segelboot, Unterwassertouren

De Palm Tours, www.depalmtours.com

Arikok National Park, San Fuego 71, Santa Cruz, Eintritt 10 $, Tel.: 0297/5851234, täglich 8-18 Uhr, Übernachtungen möglich, www.arubanationalpark.org

Auftritte Las Unicas Fabulosas unter: Facebook: Las Unicas Fabulosas

 

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