Silvio Panzera ist ein kleiner Mann, aber ein großer Wirt, für den Gäste seit mehr als 25 Jahren wie gute Freunde sind. Lange hatte er das „Vale un Peccato“ am Heidelberger Platz und das „I Mortifami“ an der Goßlerstraße in Friedenau betrieben. Vor zwei Jahren kam der Schnitt. „Ich konnte nicht mehr 14 bis 16 Stunden täglich im Laden stehen“, so Panzera. Er suchte ein kleines Lokal, in dem er bis zur Rente auf reduzierte Flamme sizilianische Küche anbieten kann. Ein Jahr wartete er, dass die Räume einer ehemaligen Apotheke am S-Bahnhof Friedenau frei wurden. Als es so weit war, kam Corona. „Ich wusste, der Neustart geht nur mit angepasstem Konzept“, erzählt der gebürtige Sizilianer.
Mitte Juli startete er mit einer „Aputia“. Das ist eine Art sizilianischer Tante-Emma-Laden mit kleinem Antipasti- und Pasta-Angebot. „Kannte ich in meiner Kindheit“, so der 58-Jährige. Bislang hat er bis 19 Uhr geöffnet. Ziel ist im Herbst bis 22 Uhr zu öffnen.
Ab 9 Uhr kann man frühstücken, auch sizilianisch, mit San-Daniele-Schinken, gegrilltem Gemüse, Provolone-Käse und Scampi. Wer es süß mag, bekommt Marmelade und Honig zu frisch gebackenen Ciabatte, um vier Euro. Die werden auch als belegte Panini verkauft, zum Beispiel mit hausgebeiztem Lachs. Ab Mittag gibt es frische Tagliolini, von sieben Euro mit würziger Arabiata-Soße bis 16 Euro mit Sommertrüffeln. Auch Rote-Bete-Gnocchi mit Mascarpone-Walnussfüllung und Ravioli mit verschiedenen Füllungen sind im Angebot.
Bei gutem Wetter sind die 25 Terrassenplätze ein Plus, der Kaffee ist gut und preiswert, 2,20 Euro der Cappuccino. Kindern umlagern die Eisvitrine mit zehn verschiedenen Sorten. In Regalen stehen Weine, Olivenöl, Kaffee, Gebäck und Keramik. Und beim Bezahlen wird gerne noch die eine oder andere Leckerei aus der Vitrine mitgenommen. „Mal sehen, was der Herbst bringt“, sagt Silvio Panzera und hofft, dann die 20 Innen-Sitzplätze komplett zu bespielen.
Bahnhofstraße 1, Friedenau, Tel. 27 89 92 22, Mo-Sa 9-19, bei Facebook